Landesforstchefs Deutschlands, eine Studie- und Info-Reise nach Finnland 28.-31.10.2002

 

Finnische Wälder und Waldwirtschaft

HEIKKI SIMOLA
Vorsitzender des Finnischen Naturschutzverbandes

 

Tatsachen zum finnischen Wald und zur finnischen Forstwirtschaft

Es gibt eine lange und starke Forschungstradition zum Thema Wald in Finnland: Biologische Studien wurden seit Anfang des 19. Jahrhunderts und nationale Bestandsaufnahmen regelmäßig seit den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts ausgeführt: Wir wissen Bescheid über den Zustand der finnischen Wälder.

Aufgrund des intensiven Waldbaus ist das Wachstum größer als je zuvor (78 mill. Kubikmeter). Der Verbrauch wächst ständig und die Holzproduktion wird fast vollständig aufgebraucht (Verbrauch 58 mill Kubikmeter Holz und 13 mill. Kubikm Hackschnitzel).

Intensive Forstwirtschaft mit Kahlschlägen, das Umpflügen des Waldbodens, Monokulturen mit homogener Altersstruktur, das Trockenlegen der Moore für den Waldbau usw. - all dies hat die Waldstruktur in den letzten Jahrzehnten stark monotonisiert und einen großen Teil der biologischen Vielfalt in der Natur vernichtet.

Über 700 der im Wald vorkommenden Arten sind bedroht (Insekten, Pilze usw.). Die Hälfte der in Finnland auf der roten Liste stehenden Arten lebt in Wälder.

Der Naturschutz ist ungenügend. Nur 1,5 Prozent der Wälder in Südfinnland (süd-boreale Waldvegetationszone) sind geschützt. Der Anteil ist ein wenig größer in der mittel- und nord-borealen Zone, aber die Situation ist nur in der Waldgrenzenbereich in Nord-Lappland annähernd zufriedenstellend. In Süd- und Mittelfinnland sind die Urwälder flächenmäßig schon dezimiert und manche Arten breits ausgestorben. Ausserhalb der existierenden Naturschutzgebiete werden Wälder mit ausgeprägtem Urwaldscharakter kontinuerlich abgeholzt.

Dieses Jahr hat ein Komitee beschlossen, daß in den vorkommenden Jahren keine nennenswerte Erweiterung des Naturschutzs ausgeführt wird. Dies widerspricht den im Jahre 1999 im Nationalen Waldprogramm beschlossenen Zielen.



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